Biblische Prophetie: Jesus im Alten Testament

Die entscheidendste Frage eines Christen, sogar die eines Menschen ist doch: Ist Jesus Christus der Messias? Ist Jesus der, der er vorgibt zu sein? Es gibt hier nur zwei Möglichkeiten. Entweder er sagt die Wahrheit und seine Worte sind wahr, oder er lügt und bezeugt dadurch, dass mit ihm geistig etwas nicht stimmte, ja dass er gar ein Verrückter war.
Ein wesentlicher Schlüsselpunkt des Glaubens ist die Auferstehung. Wenn Jesus nicht auferstanden ist, ist unser Glaube nichtig und falsch. Wir wären dann einem Wahn aufgesessen, einer Illusion und wären beklagenswerter als alle anderen Menschen, die hedonistisch ausrufen: Lasst uns essen und trinken; denn morgen sterben wir! (1Kor 15,32).
Warum dann für solch sein Evangelium sterben? Wenn es die Erfindung der Apostel ist. Ein Konstrukt? Das ist eben nicht!
Jesus ist auferstanden, sein Tod war nicht ein blindes Schicksal, das ihn überrascht hätte. Beim letzten Abendmahl spricht er: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lk 22,20).
Dieser Bund ist ein Bundesschluss in seinem persönlichen Blut, nicht durch das Blut von Opfertieren. Der neuen Bund ist ewig und wird von Gott NICHT zurückgenommen.
Die Propheten
Die alttestamentlichen, jüdischen Propheten sind ein Phänomen und religionsgeschichtlich einzigartig. Sie sind durch die Jahrhunderte aufgetreten, zu verschiedenen Zeiten, und haben im Geist Gottes ein Licht auf die aktuelle Situation geworfen.
Sie weissagten in den historischen Bedrängnissen des jüdischen Volkes, aber ihre Worte haben auch eine Bedeutung für die Zukunft. Wir lesen von ihren Zeugnissen, und lassen uns davon überraschen, was sie zu sagen haben.
Wir gehen auch der Fragen nach, wo im Alten Testament auf das Leben und Sterben Jesu Christi hingewiesen wird. Möglicherweise können wir dann beantworten, wer Jesus ist. Ich habe 10 Punkte zusammengestellt.
- Der Geburtsort
Beim Propheten Micha lesen wir vom Geburtsort Jesu.
Aber du, Betlehem-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. (5,1).
Hier wird neben dem Geburtsort Betlehem, auch eine Überzeitlichkeit dieser messianischen Gestalt angedeutet.
- Von einer Jungfrau geboren
Bei Jesaja 7,14 steht:
Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.
Dies ist nun eine sehr wichtige Prophezeiung, dass der Messias von einer Jungfrau geboren werden wird. Da gehen nun die Exegeten auseinander. Sie sagen, das heißt eine junge Frau, nicht eine Jungfrau.
Das Atle Testament wurde viele Jahrhunderte vor Christus von etwa siebzig jüdischen Gelehrten auf Griechisch übersetzt: die Septuaginta. Diese schriftkundigen Gläubigen haben diese Stelle mit „Jungfrau“ übersetzt: „Parthene“.
Wir können uns hier fragen: Was soll das für ein Zeichen sein, wenn eine junge Frau ein Kind empfängt. Das ist so selbstverständlich, das kann doch kein Zeichen sein.
Denn auch Maria fragt den Engel Gabriel, der ihr die Botschaft überbringt, dass sie ein Kind gebären wird: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (LK 1,34).
Und Gabriels Antwort: „Denn für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk 1,37).
- Ablehnung der Juden
In Jesaja 54,3 wird vorausgesagt:
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.
Das erinnert an die Szene, wo Pilatus Jesus, nach seiner Geißelung, dem Volk vorstellt mit den Worten: Ecce homo. Was für ein entstellter Mensch, war er da bereits …
Der Evangelist Johannes fasst das knapp zusammen: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11).
- Der Einzug Jesu in Jerusalem
Der Einzug auf dem Fohlen einer Eselin ist sehr bedeutend. Bereits David und Salomon ritten auf einem Esel, es war das Königstier.
Jesus reitet demütig in Jerusalem ein. Nicht wie ein Triumphator, der sich Völker unterjocht hat. Wenn Herrscher nach großen Schlachten in Rom einliefen, dann wurden die Gefangenen vorgeführt und gedemütigt. Jesus aber kommt anders.
Bei Sacharja 9,9 lesen wir:
Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.
Das entspricht exakt der historischen Szene.
- Der Verrat
Die Psalmen Davids sind sehr prophetisch. In Psalm 41,10 schreibt David:
Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben.
Das erinnert an Judas Iskariot, einer der Zwölf, der Jesus verriet. Die Hohepriester brauchten Judas für die Festnahme. Die Soldaten, die Tempeldiener kannten Jesus nicht von Angesicht. Er musste von jemandem bezeichnet werden, dass sie den richtigen verhafteten. Judas hatte mit ihnen ausgemacht: „Der, den ich küssen werde, der ist es“ (Mt 26,48).
- Das Schweigen Jesu
Jesaja 53,7:
Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Matthäus betont in seinem Evangelium dieses Schweigen Jesu: „Jesus aber schwieg“ (Mt 26,63).
- Mich dürstet
Psalm 69,22 sagt:
Sie gaben mir Gift als Speise, für den Durst gaben sie mir Essig zu trinken.
Als Jesus am Kreuz hing, ruft er: „Mich dürstet“. Ein Gefäß voll Essig stand da. Die römischen Soldaten steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
Johannes der Täufer sagt sehr früh, ganz am Anfang, wo noch keiner wissen konnte, wie Jesus sterben würde: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Joh 1,29). Ein Hinweis, dass Jesus kam, um unsere Schuld zu tragen.
- Das Begräbnis
Jesus bekam ein vornehmes Grab. Bei Jesaja 53,9 heißt es:
Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab und bei den Reichen seine Ruhestätte, obwohl er kein Unrecht getan hat und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.
Josef von Arimathäa, ein Vornehmer, der Zugang hatte zu Pilatus, erbat von ihm den Leichnam. Und er legte Jesus in sein eigenes Grab, das er für sich selbst vorgesehen hatte.
- Die Auferstehung
Jesus ist zwar qualvoll und schmachvoll gestorben, aber wurde sehr ehrenvoll bestattet. Das wollte Gott so, denn wir gehen der Auferstehung entgegen. Diese Auferweckung wird im Psalm 16,10 angedeutet:
Denn du überlässt mein Leben nicht der Totenwelt; du lässt deinen Frommen die Grube nicht schauen.
Bei Matthäus sagt dann der Engel am Grab Jesu: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat“ (Mt 28,5-6).
- Das leere Grab
Die Gegner ließen das Grab bewachen und versiegeln, dass nicht etwa die Jünger ihn stehlen, und dann erzählen, er sei auferstanden. Das war eine Präventivmaßnahme der Hohepriester. Doch das Grab war leer. So wurden die Soldaten bestochen, dass sie verkünden: Wir haben geschlafen, wir waren erschöpft und müde, die Jünger haben ihn geklaut. Dieses Gerücht hat sich sehr lange halten können, so wie es Matthäus in seinem Evangelium erwähnt.
Wie bei den Evangelisten beschrieben wird, waren die Tücher, die Jesus bedeckt hatten, im Grab zurückgelassen. Wenn jemand seinen Leichnam gestohlen hätte, dann hätten sie ihn nicht zuerst aus den Tüchern gewickelt. Auch das ist ein wichtiges Detail und Hinweis auf die Auferstehung Jesu.
Ein übernatürliches Puzzle
Wir haben also gesehen: jede prophetische Vision bringt wieder ein übernatürliches Puzzle, sodass wir allmählich ein Mosaik sehen, das stimmig ist. Nach und nach gehen uns die Augen auf, und wir erkennen durch die göttliche Offenbarung der Heiligen Schrift, dass alles im Alten Testament auf Jesus Christus hindeutet. Kann ma hier noch von Zufall sprechen?
Die Bibel wurde nicht von einem Schriftsteller erdacht und erfunden und kunstvoll zusammengefügt, sondern Gott ist derjenige, der die jüdischen Propheten durch den Heiligen Geist erweckt hat.
Aus diesen Mosaiksteinen ergibt sich ein Bild, das wir erkennen können, wer Jesus ist und warum er gestorben ist: Das ganze Alte Testament ist voll von Prophetie, die auf Jesus hindeutet.
Prüfe alles! Behalte das Gute!