Wie du den Großteil deiner Probleme lösen kannst

Hast auch du viele Sorgen? Bist du oft kleinlich und suchst immer nach dem „Haar in der Suppe“? Scheint alles verdorben, regt dich alles an deinem Leben auf und bemerkst du sofort die Fehler an dir und an deinen Mitmenschen? Dann geht es dir wie mir. Wie oft schon habe ich mich in Dinge hineingesteigert, habe nur noch das Negative gesehen.

Der Pessimist mit seiner dunklen Brille

Wir Menschen neigen oft dazu, das Unvollkommene und Unperfekte zu suchen, wir machen uns selbst fertig, wenn wir hinter unserem Idealbild herhinken, wir schieben anderen die Schuld in die Schuhe, weil wir meinen, sie müssten uns glücklich machen.

Das hat mich über Jahre hinweg beschäftigt und mein Leben – wie du dir vorstellen kannst, sehr belastet. Stets hat etwas nicht gestimmt, war unförmig, nicht harmonisch, nicht passend oder befriedigend.

Eine Wolke der Negativität

Obwohl ich Christ bin und täglich bete, auch die Messfeier besuche, war da eine düstere Wolke über mir. Vielleicht geht es vielen Christen so. Wir glauben zwar, und wir sind schon mit Gott unterwegs, aber irgendwie merken wir, da fehlt etwas, etwas läuft noch nicht rund.

Meine eigene Negativität hat mein inneres und auch äußeres Leben wirklich herausgefordert. Nie war es genug. Nie war etwas okay, es gab immer „Verbesserungspotenzial“. Der jetzige Moment, nie ganz optimal. Ich fragte mich oft, was da wohl die Lösung sei, wie ich da wohl rauskommen könnte?

Aus einer Schwäche kann eine Stärke werden

Natürlich kann es auch eine Stärke sein, wenn Menschen sofort das Unstimmige sehen. Wenn dies positiv und liebevoll integriert ist, dann sind solche Menschen wertvolle Teammitglieder, da sie einen Blick für das Detail haben. Einen Blick für die längerfristige Planung. Ein Gefühl, wo es Probleme geben könnte. Die alles durchdenken und jeden Fallstrick sofort mit einer Idee neutralisieren. Wir brauchen ab und zu Melancholiker, „Schwarzseher“, die uns darauf hinweisen, was nicht passt. Aber in Maßen!

Die Lösung

Heute kann ich sagen, dass ich begriffen habe, wo die Lösung für das geistliche Problem der Schwarzmalerei liegt, denn für jede geistliche Negativhaltung gibt es auch eine geistliche Übung und Tugend.

Wie komme ich also aus der Negativspirale raus? Ganz einfach! Durch Dankbarkeit. Die Dankbarkeit ist eine Übung, die ein wahrer „Gamechanger“ sein kann. Denn ich lenke meinen Blick nicht länger auf das Fehlerhafte, sondern ich richte meinen Blick auf all das Gute in meinem Leben. Und wenn auch ein Leben aus 80% Schmerz und Leid besteht, es gibt immer noch 20% für die ich dankbar sein kann.

Die Königsdisziplin

Gott auch dann noch zu danken, wenn es schwierig läuft, wenn Leid und Schmach in meinem Leben sind, ist die höchste Übung. Wieso? Weil all das Negative uns zu dem gemacht hat, der wir heute sind. Weil durch sie Gott in unserem Leben gewirkt hat. Weil wir durch das Negative erst die Motivation bekommen haben, die ersten Schritte zu tun, in Richtung Glück und Genesung.

Dankbarkeit als Gebet

Nun möchte ich dir zeigen, wie du dich in Dankbarkeit üben kannst. Zunächst gibt es ja in der säkularen Welt mittlerweile den Trend zu Dankbarkeitstagebüchern, was sehr gut sein kann. Dabei wird in drei, vier Punkten am Abend aufgeschrieben, für was man dankbar ist.

Da wir an Gott glauben, gibt es für uns eine weitaus wirksamere Übung der Dankbarkeit: nämlich der Dank an Gott, unserem Schöpfer.

Gleich am Morgen beginne ich zum Beispiel den Tag mit Lobpreis und Dank. Ich danke Gott für alles, auch für das Selbstverständlichste. Ich danke zum Beispiel, dass ich so gut geschlafen habe, dass ich mich in meinem Schlafzimmer so geborgen fühle. Ich danke, dass ich gehen kann, dass ich zwei Beine habe, die funktionieren. Wie viele Menschen, die im Rollstuhl sitzen, würden dafür alles geben, was ich als normal hinnehme? Ich danke, dass ich sehen kann, dass ich hören kann, dass ein neuer Tag vor mir liegt, dass ich diesen Tag erleben darf. Ich freue mich auf mein Frühstück. Ich danke, dass ich gleich mit einem lieben Menschen spazieren gehen kann. Dass ich als Mensch, eine Beziehung zu Gott haben kann. Du siehst, einmal diese Dankbarkeits-Fähigkeit kultiviert und geübt, fällt dir immer mehr ein.

Die Verwandlung

Aus Erfahrung kann ich dir versprechen: Dein Leben wird sich nach nur zwei Wochen der Übung verändern. Denn Gott liebt ein dankbares Herz und er schenkt dem Dankbaren Wunder über Wunder.  Ich kann sagen: Seitdem ich Gott danke, habe ich ihn noch intimer kennenlernen dürfen.

Aus „Schwarzsehern“, Pessimisten und peniblen „Pfennigfuchsern“ macht Gott Menschen, mit einem weichen, liebenden und dankbaren Herzen. Probiere es aus. Und lobe Gott, danke ihm. Vielleicht nur als Experiment. Für zwei Wochen. Lass dich drauf ein und schaue selbst was sich in deinem Leben tut. Du wirst immer mehr finden, für das du dankbar bist. Und so wird aus einem miesepetrigen Leben, in dem viel schief läuft, ein gelingendes Leben, weil du mit Gott unterwegs bist.

Im Moment danken

Irgendwann bist du ein fortgeschrittener Dankender und du kannst Gott im hier und jetzt danken. Du musst nicht darauf warten, bis du am Abend betest, sondern du kannst deinen Dank auch sofort äußern. Danke Gott, dass ich in deiner Natur laufen gehen kann, die du uns geschenkt hast. Danke, dass mir die Sonne ins Gesicht scheint. Danke, dass ich die frische Luft atmen kann. Danke, dass ich mir überhaupt all dieser Gaben und Geschenke bewusst bin. Danke dir für meine Dankbarkeit …

An Tagen wie diesen

An manchen Tagen, die schwer zu tragen sind, ist das Danken vielleicht zweitrangig, zuerst kommt die Klage, die Trauer und Bitte. Das darf alles sein! Denn wir sind als Menschen auch schwermütig und kummervoll. Gott versteht unseren Schmerz und trägt ihn mit. Immerhin sind viele Psalmen Klagelieder. Dennoch ermutige ich dich, Gott am Ende deines Gebetes dennoch zu danken. Er wird dir auf seine besondere Art und Weise antworten …

Die Metamorphose

Allmählich kann Gott dich und dein Herz verwandeln und du wirst ein dankbarer Mensch, zu dem Gott direkt spricht und den du in dir sprechen hörst. So wird eure Beziehung immer inniger. Sehnen wir uns nicht alle danach? Nach einer zärtlichen Begegnung mit Gott, dessen Stimme wir in unserem Denken und Herzen lauschen dürfen. Der zu uns sagt: „Ich liebe dich. Ich bin da. Ich bin bei dir!“ Dankbarkeit ist der Schlüssel. Ein Weg der Transformation.

Die Lösung meiner Probleme

Dankbarkeit ist für mich die Lösung meiner Probleme, weil fast alle Probleme und Sorgen deshalb entstehen, weil wir kleinlich auf das blicken, was nicht rund zu laufen scheint. Entwickle ich aber den Fokus für das, was stimmt, dann blicke ich auf all das Gute, das bereits da ist. Und das gibt es in JEDEM Leben, egal wie zerfurcht und zerbrochen es ist. Und dann geschieht das Wunder: Gott beschenkt uns für unserer Dankbarkeit. Für seine Geschenke können wir dann wieder dankbar sein, für die Gott wieder seine Fülle gibt.

Der Weg zu Gott

Ich habe verstanden, dass der direkteste Weg in das Herz Gottes, die Dankbarkeit ist. Dankbarkeit ist der Gamechanger, der alles ändern kann.

Wenn ich dann Gott noch für das Unangenehme danken kann, dann bin ich auf dem besten Weg, ein Bote Gottes zu werden. Ja, ich möchte fast sagen, das ist der Kern der christlichen Erleuchtung. Ein Mensch zu sein, mit einem weichen, warmen und dankbaren Herzen, in dem Gott wohnen darf …

Ich möchte mit einem Zitat von Dr. Joseph Murphy (1898-1981), einem Prediger und Schriftsteller der New Thought-Bewegung schließen: „It ist just as easy to imagine yourself successful, as it is to imagine failure, and far more interesting.“

Auf deutsch etwa: Es ist genauso leicht sich Erfolg vorzustellen wie Misserfolg. Doch das erste ist doch viel interessanter.

Und nun eine Abwandlung: Es ist genauso leicht dankbar zu sein, und damit Gutes ins Leben einzuladen, wie undankbar zu sein, und damit Leiden und Schmerz im Leben zu betonen.

Prüfe alles! Behalte das Gute!